Verfasst von: arild | 23. September 2008

Frachter auf Geisterfahrt

Ein geistesgegenwärtiger Lotse hat im Öresund zwischen Dänemark und Schweden eine Strandung verhindert: Der 1988 erbaute, holländische Frachter „Little Jane“, 851 BRZ (IMO-Nr. IMO 8714748), des Maritiem Technisch Bureau Foppen drohte in zu flache Gewässer zu geraten, weil die komplette Besatzung schlief. Das beherzte Eingreifen des schwedischen Lotsen verhinderte Schlimmeres, als er in der Nacht von einem Boot aus eher zufällig sah, dass der 60 Meter lange Frachter Kurs auf viel zu flache Gewässerteile im stark befahrenen Öresund zwischen Dänemark und Schweden nahm. Er war unterwegs von Helsingborg zur Tonne M1, wo ein Schiff auf einen Lotsen wartete. Als auf dem Frachter, der in der nordgehenden Verkehrstrennungszone mit neun Knoten in südöstlicher Richtung lief, weder auf Funksprüche über VHF noch auf Lichtsignale reagiert wurde, machte der Lotse mit seinem Boot an dem Frachter fest und kletterte auf das Schiff. Auf der Kommandobrücke fand er den fest schlafenden Kapitän vor. Er und erwachte auch nicht, als der Lotse die Fahrt drosselte und den Kurs änderte. Auch der Rest der Besatzung schlief. Als der Kapitän schließlich erwachte, machte er einen betrunkenen Eindruck. Die herbeigerufene Wasserschutzpolizei nahm den Mann zur einer Blutprobe mit. Der Frachter musste bis auf weiteres in dänischen Gewässern vor Anker gehen. Nach Angaben des schwedischen Lotsen wäre die „Little Jane“ nach weiteren zehn steuerlosen Minuten auf Grund gelaufen.


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